24 April, 2013

Fortschritt

Fortschritt bezeichnet eine – zumeist im positiven Sinne verstandene – Änderung eines Zustandes. So ist die Definition.

Mit meinem Burn-Out in 2007 schritt ich fort ... zu mir hin. Ich begann in 2008 wieder zu malen, als auch meine liebe Mitbewohnerin und beste Freundin zu den Farben griff. Ich war erst zögerlich, hatte ich doch immer gedacht, dass ich im Malen nicht so gut wäre - da andere aus meiner Familie zum Beispiel immer besser waren und ich irgendwann einfach der Überzeugung war, dass dies eben nicht mein Medium sei.

Dies hab ich übrigens auch von meinem Gesang, meinen Gedichten und überhaupt allem künstlerischen gedacht. Ein paar Jahre zuvor hatte ich wieder begonnen zu fotografieren, doch begann ich auch erst 2007 vermehrt Bilder zu schießen und mich somit natürlich auch zu verbessern.

Je mehr ich malte, desto weiter bewegete ich mich vom Ausgangszustand weg. Ich schritt fort ... ich änderte meine Technik, wollte mehr ... änderte meinen Blickwinkel und begann vieles in einem ganz anderen Licht zu sehen.

Je weiter ich auch mit dem Malen voran schritt, desto weiter bin ich auch Stück für Stück meinem wahren Ich entgegengeschritten. Zurückgehalten jedoch immer wieder von diesen lähmenden Schranken, die ich mir teils selbst in den Weg legte und habe legen lassen.

In der Kunst kehrte ich der Leinwand und dem Acryl den Rücken und wandte mich dann den Aquarellstiften zu. Alles wurde detaillierter und klarer und dies wurden auch meine Vorstellungen von dem, wo es hingehen soll.
Ich war unzufrieden mit dem was ich erreichen konnte - fühlte mich gefangen und beschnitten und es gefiel mir nicht. Ich sah meine Arbeiten, glatter, strahlender, lebendiger, als das ich sie hätte je mit Stiften malen können.

Der Weg führte mich zur digitalen Kunst. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ich damit überhaupt je malen würde. Niemals hätte ich gedacht, dass ich dies überhaupt kann.

Ich male immer noch so wie ich begann: konzentriert und offen für die Energien, die fließen wollen. Ich tauche ein in das Bild, tauche ein in die Energien und verliere mich darin, voller Hingabe und Leidenschaft.

Auch wenn ich 2011 erneut eine seelischen Tiefpunkt erlitt und seitdem krank zu Hause bin, so war es in mancher Hinsicht auch ein Segen für mich. Mit dieser Zeit habe ich wieder einen Wandel in meiner Kunst durchgemacht, habe mich neu entdeckt und ich weiß noch, wie glücklich ich mit dem ersten digitalen Bild war - als es strahlte und zwar so, wie ich die Energien wahrnahm.

Mein Herz ging auf und die Wärme glühte in mir. Ein wundervolles Gefühl. Auch wenn ich nicht immer dieses Gefühl empfinden kann - aufgrund meiner Krankheit - und dies sehr schmerzhaft ist für mich, da ich weiß, dass es wundervoll ist, so bin ich dankbar dafür, dass ich fortgeschritten bin ... fort aus dem Zustand von damals ...hinzu mir selbst.

Ich bin noch lange nicht angekommen und ich schreite weiterhin fort ... auch wenn es nicht immer so erkenntlich ist für mich, wenn ich in Ängsten und Zweifeln gefangen bin ... so erkenne ich, wenn ich auf meine Werke blicke, wie weit ich fortgeschritten bin und ich erkenne und weiß, dass ich verdammt stolz auf mich sein kann und eines Tages werde ich auch wieder die Freude voll empfinden können, ob der Gabe, die mir gegeben wurde und die ich endlich angenommen habe.

Mein Weg liegt weiter vor mir und ich werde immer weiter fort-schreiten.

3 Kommentare:

amala hat gesagt…

das ist ja spannend, so eine entwicklung in bildern. vielen dank für's teilen.
mir geht es ähnlich wie dir, ich habe ganz schön mit meinen negativen glaubenssätzen zu kämpfen.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

.....schöne wenn es fließt.....stimmts?
Mir geht das mit dem Schreiben so......
Und es ist irgendwie ein ewiger Prozess, der wahrscheinlich nie zu Ende ist......
Alles Liebe
Grey Owl

athena hat gesagt…

♡ ♡ ♡
Die Bilder lassen wirklich einen wahnsinns Fortschritt erkennen - gerade ab 2011 irgendwie...