04 März, 2014

Von den Kleinigkeiten ...

Heute vor 2 Jahren ist mein Papa gestorben.

Ich möchte gar nicht so wirklich drüber schreiben. Aber ein wenig schon.

Wie ich schon ab und an geschrieben habe fehlen so die Kleinigkeiten. Eben jene Dinge, die alles zum Großen machen.

Gleich werde ich (Gemüse)Maultaschen braten und dazu gibt es Salat. Denn ich weiß von meinem Bruder, dass mein Papa Maultaschen an seinem Todestage hatte und wieso auch nicht so an ihn dann denken. Zu seinem Geburtstag im Januar gab es Linsen mit Spätzle.

Gerade heute fielen mir beim Sortieren von Papieren noch die Erbschaftsschriften in die Hand und ein Bild von ihm. Da flossen schon ein paar Tränen.

Auf seinem Grabstein steht der 7.3. als Todestag ... das ist aber falsch. Er wurde am 7.3. gefunden ... das war ein Mittwoch. Gestorben ist er aber am Sonntag ... nach dem Mittag. Er hat sich zum Mittagsschläfchen hingelegt und ist gestorben.

Zumindest gehen wir davon aus.

Alle Kalender standen noch auf den 4.3.

Todeszeitpunkt zwischen dem 04. - 07.03.2012.

Zwei Jahre ... wie unglaublich die Zeit vergeht.

Ich bin oftmals noch traurig wegen ihm. Mir fehlen die sonntäglichen Telefonate, die meist nur ein paar winzige Minuten gingen und meist davon handelten, wie es geht und was es zum Essen gab oder gibt.

Lustig, nicht?

Vielleicht auch was traurig. Aber so richtig in die Tiefe konnte ich mit ihm nie wirklich gehen. Die Gespräche gibt es dann mit meiner Mama. Aber es fehlt mir. Es fehlt mir, mich mit ihm darüber auszutauschen.

Und ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie unglaublich sanft seine Haut auf den Wangen war. Ich glaub mein Papa hat sein ganzes Leben nix anderes benutzt als Nivea. Wenn ich ihn besucht hab und ich dann wieder fuhr, dann gabs immer einen Drücker und ich hab ihm über die Wange gestreichelt.

Das ist auch das Letzte was ich bei ihm gemacht hatte. Weihnachten davor. Das war das letzte Mal, wo wir uns gesehen hatten.

Ich wollte ihn nicht im Sarg sehen bevor er verbrannt worden ist. Das konnte ich nicht. Ich wollte ihn mir so behalten ... vor der Türe stehend und lebendig. Nicht anders.

Dank der Erzählung meiner Mutter hab ich ihn leider immer mal im Bett liegend vor mir, denn meine Mama hatte mir erzählt wie sie ihn zuletzt gesehen hatte und ich bekomme dann immer die Bilder vors innere Auge geknallt, wenn mir einer was so berichtet.

Zum Glück seh ich das nicht oft vor mir. Ebenso wenig wie die leere Wohnung ... kalt ... und den verstorbenen Nachbarn von oben, der mal runter kam, um zu gucken was wir da unten machen. DAS brauch dann auch keiner.

Ich erinnere mich an seine Trauerfeier und die alten Kollegen die dort waren. Das Gefühl von ihm, dass er immer mal bei mir war bis zu seiner Feier. Mich trösten wollend ... daran, dass er nicht alleine war und dann mit anderen gegangen ist.

Dies sind dann die Momente die mich dann wieder trösten. Ich weiß, dass es ihm gut geht. Aber dennoch fehlt er mir ... das rein stoffliche Anfassen können. Ihn wirklich zu spüren und zu hören und über die Kleinigkeiten zu reden, die ein Leben ausfüllen.

Ach und jetzt wurde es doch mehr ... dabei wollte ich gar nicht so viel schreiben.

Ich denke jetzt wird es Zeit für eine Kanne Tee und Abendessen. Was man eben so braucht wenn man fett erkältet ist und nur durchhängt.

Danke fürs "zuhören".

Kommentare:

Kivi hat gesagt…

Fühl dich mal umarmt!

Hummel hat gesagt…

Danke für's Rauslassen. Und sei von ganzem Herzen umarmt.

athena hat gesagt…

Das (be)rührt schon sehr...
Da kann ich Dich grad einfach auch nur drücken... wenn auch aus der Ferne... <3