11 April, 2015

Gedanken über Gott und das Licht Gottes

Durch Sonnenlicht geküsst,
begrüsst uns die Welt zu einem neuen Tag.
Das Licht ist in unserem Leben ein stetiger Begleiter.

Sei es durch das Licht, welches uns Bruder Sonne schenkt oder durch das Licht welches uns Schwester Mond in der Nacht zur Verfügung stellt. Wir werden geleitet und begleitet vom Licht. Das Licht der Kerzen erhellt unsere Heimstatt. Das Licht des Feuers wärmt uns in kalten Zeiten und gewährt uns die Wärme einer gekochten Mahlzeit.

Licht erhellt unser Dasein.



 So beginne ich heute eine Rollenspiel Messe und die Gedanken über Gott und das Licht Gottes beschäftigen mich heute. Ich male gerade an einem Engel und hab es nicht wirklich leicht mit ihr. Darüber denke ich über die Worte einer Freundin nach, die derzeit wohl ihren Glauben verloren hat ... oder meint vielleicht nie wirklich geglaubt zu haben.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wurde ich sogar ein wenig wütend, wenn ich in der Kirche war. Gott ... und Kirche - wieso? Was sollte das? Ich fühlte mich doch auch nicht besser dadurch. Mir ging es schlecht und alles war beschissen.

Ich wurde heute gefragt, ob ich je wirklich meinen Glauben also an Gott und alles verloren hätte und ich antwortete ohne zu Zögern mit: Nein.

Doch ist dies so? 

Ich bin als Kind immer nur zu Ostern und Weihnachten in die Kirche gegangen - wenn man eben mit der Mama mit ging. Bei uns war es nie wirklich christlich. Ich konnte mit Heiligen nichts anfangen, denn in der Evangelischen Kirche haben wir das nicht. Auch Engel werden jetzt nicht so häufig erwähnt und dennoch ... ja dennoch wusste ich schon als Kind: Es gibt Engel und für mich stand es auch nicht zur Debatte, dass es so etwas wie Gott gab.

Es war für mich immer logisch und musste überhaupt nicht in Frage gestellt werden.

Es gab Engel und Dämonen, schwarze Hunde mit rotglühenden Augen, Kreaturen mit langen Zähnen und scharfen Klauen, es gab Schatten und hellstrahlende Gestalten ... das war für mich immer ganz klar. Geister - so stand es ausser Frage - gab es auch und ich liebte Diskussionen über Glauben.

Für mich hat sich alles zusammengefügt - auch wenn ich über manches was mir erzählt wurde in der Kirche oder im Konfirmationsunterricht, ich den Kopf schütteln musste und meist immer noch tue. Ich gehe mit sehr vielen Dingen nicht konform und lege sie anders aus ... doch dies ist mein Weg.

Es stimmt mich unglaublich traurig heute zu hören, dass jene Freundin so sehr zweifelt. Ich erinnere mich an jenen Tag in meinem Leben, als von mir verlangt wurde, ich soll den "ganzen Scheiß" doch sein lassen.

An die Göttin glauben (die für mich ebenso da ist, wie Gott) ... an die Naturwesen glauben ... an Engel ... an eben den Glauben, der mich seit Jahren begleitet und mit mir gewachsen ist.

Ich hab an jenem Tag als ich sagte: "Gut, dann lass ich es bleiben!" ... solch eine Leere und Schwärze in mir gefühlt - es war schrecklich.

Es war so als wäre ich weg ... das Licht, welches mich ausmacht - erloschen ... alles Dunkel ... alles kalt und ich war - allein.

In dem Moment war ich wirklich allein. So ein Gefühl hatte ich noch nie gehabt zuvor. Es war schrecklich. Unbeschreiblich.

Und da begriff ich, dass ich das nicht kann. Ich kann mich selbst nicht verleugnen, denn mein Glaube - das bin ich. So sehr ich, dass ich damit lebe, pulsiere und leuchte. 

Und wie es zum Wachstum in der Natur beiträgt und das Gedeihen der Pflanzen und aller Lebewesen ermöglicht, so trägt es auch zu unserem Wachstum bei.

Denn das Licht wohnt in uns allen.

Unsere Seelen sind erfüllt vom allgegenwärtigen Licht. Selbst in Zeiten der Dunkelheit ist es bei uns, auch wenn wir es oftmals nicht spüren. Selbst, wenn wir uns einsam und verloren fühlen, verlassen vom Großteil aller, einsam, missverstanden, innerlich zerrissen, verängstigt, verzweifelt, voll Kummer und Pein, das Licht lässt uns niemals alleine!

Es ist bei dir, selbst wenn die Schatten versuchen sich einen Weg zu bahnen,
das Licht weicht nicht von der Seite.
Mal kleiner Funke, dann strahlend hell oder eine stetige Flamme.
Das Licht besteht.

Und es bestand auch in mir. Als ich jener Person sagte, dass er mich damit zu nehmen hat - oder gar nicht ... meinte ich das auch mit jeder Faser meines Seins. 
Sicherlich gab es auch später mal Momente, in denen ich gezweifelt habe und das ab und an immer noch tue. Aber ich zweifele nicht daran, dass es Gott gibt, oder die Göttin, oder die Engel, oder oder oder ... sondern ich zweifel an mir und meinem Weg - aber daran arbeite ich.

Und gerade wenn es Momente gab in meinem Leben, wo ich verzweifelt bin an all den Schmerzen, den Prüfungen, der inneren Pein - wenn alles Grau oder auch Schwarz war, so voller Leere und Dumpfheit, wenn ich nicht mehr wusste was tun ... da hab ich in winzigen Momenten gespürt, dass ich nicht alleine bin. Ich hab einen Lichtfunken gesehen oder gefühlt und das gab mir den Mut weiter zu machen und nicht aufzugeben, mich nicht einfach in jene Schwärze fallen zu lassen.

wir leben das Licht, wir tragen es in uns und mit uns, es ist um uns und mit dem was wir tun


Ob wir das nun in der Göttin sehen oder in Gott (oder einem Gott) oder in einem Propheten (etc) - ist einerlei, denn letzten Endes ist es so, dass wir das Göttliche in UNS tragen. Zweifeln wir an allem - dann zweifeln wir an uns und an dem Leben selbst.

Wir können den Lauf der Dinge nicht mit einem Fingerschnipp ändern. Wir können auch mit Gebeten und Ritualen, Zaubern und Magie, das Schicksal nicht manipulieren. Es gibt einfach Dinge, die können wir nicht ändern und das erschüttert uns manches Mal. Dies erschüttert unseren Glauben und wir zweifeln und geben manches Mal sogar auf ... und fühlen eine Leere.

Doch selbst in jener Leere, die wir dann spüren sind wir nicht alleine. Auch wenn wir alle Türen und Fenster schließen, sind wir nicht alleine.

Denn das Licht ist Leben und das Leben ist Licht!

Kommentare:

athena hat gesagt…

Eine sehr schöne Hommage an den Glauben und das Göttliche, Bravo! Auch wenn ich nach wie vor mit dem christlchen Glauben und der Kirche nicht allzu viel anfangen kann, muß ich Dir in den allermeisten Punkten recht geben. Und auch dieser Text war wieder sehr bewegend. Danke dafür! <3

Tricia Danby hat gesagt…

Nun, das musst du ja auch nicht. Ich kann auch mit vielen Religionen nichts anfangen und das muss ich auch nicht ;)

Aber wenn man tiefer blickt und sich von Vorstellungen löst und einfach zu lässt - dann kann man mitunter erkennen und vielleicht begereifen, dass wir letzten Endes eben einfach an das Göttliche glauben - in welcher Form und Präsenz auch immer.

Solvey hat gesagt…

Das ist wirklich sehr schön!!

LG
Solvey

athena hat gesagt…

Das natürlich auf jeden Fall. Nur wie wir damit umgehen oder auf welche Art eben bzw. mit welchen Glaubensgrundsätzen das einher geht, da gibt es Unterschiede. Und was so gepredigt wird oder früher gewesen ist, da komme ich manchmal eben von der kirchlichen Seite her nicht so mit. Von daher wäre es nicht mein Weg. Aber das im Endeffekt beinahe alles aufs Selbe hinaus läuft, klar... :-*