Gestern Abend hab ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig ge"dolmetscht" - sprich: übersetzt was jemand gesagt hat und das vom Englischen ins Deutsche.
Ich hatte vor einigen Wochen einen Newsletter bekommen (spiritueller Bereich) und dort war auch drinnen, dass ein Übersetzer gesucht wird für ein Abendseminar von Dan Millman.
Gut - ich bin Übersetzerin und hab auch ein Diplom vorzuweisen - aber Übersetzer und Dolmetscher ist ein anderes Paar Schuhe.
Ich hatte dann auch schon bei meinem ersten Schreiben geschrieben, dass ich eben Übersetzerin bin und keine Dolmetscherin und das ich so etwas auch zum ersten Mal machen würde.
Ich hörte nichts mehr und ging davon aus, dass es sich erledigt hatte. Bis dann Samstag eine Mail kam - denen wäre die Übersetzerin abgesprungen und ob ich kurzfristig einspringen könnte.
Insgeheim hatte ich von Anfang an gedacht: Das wäre mal eine Erfahrung und wieso nicht.
Also hab ich zugesagt - aber auch erwähnt, dass ich eben keine Dolmetscherin bin und auch kein Werk des besagten Herren kenne.
Der Preis wurde ausgehandelt - ich hab meine Imara Einweihung verschoben - und der Termin stand.
Gestern hab ich mich mehr als 20.000 gefragt: WIESO?!
Wieso hab ich zugesagt? Wieso mach ich das?
Ich war wirklich sehr nervös und hatte wirklich Bammel. Vor Leuten sitzen ... etwas tun, was ich noch nie getan habe - einfach mal ins kalte Wasser springen.
Gesprungen bin ich ... und ich muss sagen - es war eine Erfahrung wert. Jetzt weiß ich zumindest was ich nicht nocheinmal so machen muss :D
Vielleicht wenn ich noch mal irgendwann will und auch nur wenn es z. B. Doreen Virtue ist (da kenn ich wenigstens Bücher von).
Dabei muss ich sagen, dass Dan Millman wirklich ein sehr netter Mensch / Mann ist - und das was er so sagt, hat auch Hand und Fuß und ist jetzt nichts wo ich am liebsten schreiend rausgelaufen wäre.
Allerdings durfte ich auch feststellen, dass er mir nichts Neues zu erzählen hatte und ich das auch schon eine ganze Weile so sehe und den Leuten auch mitunter so sage. Aber interessant, dass viele Menschen ihm wirklich an den Lippen hingegen und sehr dankbar waren.
Meine Dolmetscherfähigkeiten waren so lala - es war unglaublich anstrengend und ich hab ihn auch nicht immer verstanden (schon von der Akkustik war es eben manches Mal schwierig). Dann muss man immer bei der Sache sein ... voll konzentriert und das ist auch nicht immer so leicht - wenn man auch mal nachdenken will über das was er da so sagt (schlechte Idee) oder wenn man sich mal grad auf den Schmerz im Arm/Schulter konzentriert - oder sich mal von der komischen Energie im Raum abschirmt und sich auch denkt: Moah - starr doch nicht so.
Natürlich gab es auch Menschen im Publikum denen man es nicht Recht machen konnte. Aber:
1. Bin ich keine Dolmetscherin
2. Bin ich kein wandelndes Wörterbuch
3. Bin ich auch nur ein Mensch (mehr oder minder)
Vielleicht wollen die Nörgler dann selber das nächste Mal nach vorne gehen und übersetzen - gerne!
Etwas Balsam für die Seele waren dann noch die Hände, die mir gereicht wurden zum Dank und man den Menschen wirklich angesehen hat, dass sie es auch so meinen. Das hat gut getan und es waren schon ein paar mehr als die zwei Nörgeltanten, die ich so mitbekommen habe.
Ich war ziemlich geschafft nach den 3,5 Stunden - hatte immer noch Schmerzen (hab ich auch immer noch) - fühlte mich müde und total am Arsch und war unglaublich froh, dass Ashmodai dabei war, um mir den Rücken zu stärken.
Von Köln aus ging es dann noch nach Overath - zum McDonald, einen Ceasar Salad einpacken lassen, was zu trinken, einen kleinen Burger für jeden und ab nach Hause.
Zu Hause dann noch mit meiner Mama telefoniert, die auch alles wissen wollte von dem Abend und mir dann noch von der Kartenlegung erzählt, die sie hat machen lassen gestern.
Nebenbei hab ich gegessen und bin nach Telefonat und noch einem Glas Milch -halbtot ins Bett gefallen.
Fazit von gestern:
Es war interessant! Es war eine Erfahrung!
Ich muss es so nicht wieder haben (ohne Vorbereitungsmöglichkeit, ohne Vorgespräch, ohne Wissen über das Thema). Ich halte lieber selber einen Vortrag!
Ich bin stolz auf mich, dass ich über diesen riesigen Schatten gesprungen bin und es mich wirklich getraut habe!
4 Kommentare:
Richtig!
Sei stolz auf Dich!
Und in drei Stunden vielleicht 3 oder 4 mal nach Worten suchen...das ist doch nichts!
Es war bissl mehr als nur 3 oder 4 Mal ;)
100 Mal?!
...
ich find prima, daß du den mut hattest, es wenigstens mal zu versuchen...weißt ja: man sollte das meiste wenigstens einmal im leben probieren ;)
Ja - ich bin auch stolz :)
Soo schlecht war ich auch nicht. Ich hab bei meinem Kommentar mal wieder übertrieben gehabt - ich neige gerne dazu, dass ich mich immer etwas runter mache.
Tz - das muss ich auch noch lernen.
Übrigens wirkt die Energie glaub immer noch (sagt mir mein Gefühl).
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